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Wie findet man einen guten Zahnarzt?

Mann mit Laptop , Tablet und Smartphone

Einen guten Zahnarzt zu finden, ist gar nicht so einfach. Von ‚Äúgut‚ÄĚ √ľber ‚Äúdurchschnittlich‚ÄĚ bis hin zu ‚Äúmangelhaft‚ÄĚ gibt es gro√üe Qualit√§tsunterschiede zwischen den Praxen. Doch wie erkennt man, welcher Zahnarzt tats√§chlich eine gute Versorgung bietet?

Online-Bewertungen häufig subjektiv

Nicht nur, dass einem selbst in der Regel die fachliche Qualifikation fehlt, um eine Zahnarztpraxis objektiv bewerten zu k√∂nnen ‚Äď abgesehn davon ist man von den unterschiedlichsten Meinungen umgeben. Freunde, Bekannte, Familienmitglieder oder Arbeitskollegen empfehlen gern ihren Zahnarzt des Vertrauens, ohne jedoch zu wissen, wie gut die Behandlung fachlich und im Vergleich zu anderen Zahn√§rzten wirklich ist. Hinzu kommen zahlreiche Bewertungsportale im Internet, die mittlerweile sogar eine der ersten Anlaufstellen sind, um nach einem (Zahn-)Arzt zu suchen. Auch sie sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden, da sie ‚Äď ganz zu schweigen von der Subjektivit√§t ‚Äď weder repr√§sentativ noch frei von Manipulationen sind.

Verl√§ssliche Kriterien f√ľr die Zahnarztsuche

Bei so viel Unsicherheit verwundert es also nicht, dass man mit der Suche nach einem geeigneten Zahnarzt schon einmal √ľberfordert sein kann. Tats√§chlich aber gibt es einige Kriterien, anhand derer sich die Qualit√§t eines Zahnarztes einigerma√üen zuverl√§ssig beurteilen l√§sst. Sie fallen in die Kategorien: Qualifikation, Team, Zielgruppen, Untersuchung, Beratung, Behandlung, Praxisorganisation & Patientenservice und Arztbewertungsportale.

Wenn Sie also bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch aufmerksam sind, können Sie bereits schnell auf die Versorgungsqualität in der jeweiligen Praxis schließen.

Qualifikation: von Doktortiteln, Fortbildungen und Spezialisten

Ein Studium der Zahnmedizin mit anschlie√üender Staatsexamespr√ľfung ist f√ľr jeden praktizierenden Zahnmediziner Pflicht. Dieses Unterfangen dauert in der Regel f√ľnf bis sechs Jahre und endet mit dem Staatsexamen. Die Zulassung als Arzt erfolgt √ľber den Antrag auf staatliche Approbation. Anschlie√üend darf er sich sachlich korrekt Zahnarzt nennen.

Doktortitel f√ľr Zahn√§rzte kein Muss

Ein Doktortitel f√ľr Zahn√§rzte ist hingegen optional. Streng genommen war die Promotion f√ľr Zahn√§rzte eigentlich noch nie selbstverst√§ndlich. Erst seit 1919 d√ľrfen sie sich √ľberhaupt mit dem Dr. med. dent. schm√ľcken. Dass heutzutage rund 50 Prozent aller Medizin-Studenten promovieren, hat vor allem mit Prestige und Karriere zu tun. Schlie√ülich winken Doktoren der Medizin perspektivisch hochdotierte Positionen z.B. als Chefarzt im Krankenhaus oder in der Forschung.

Neben Titeln wie ‚ÄúZahnarzt‚ÄĚ oder ‚ÄúDr. med. dent.‚ÄĚ gibt es heute jedoch viele weitere Qualifikationen, die sich der Zahnarzt als Expertise aufs Praxisschild schreiben darf. Inwiefern dahinter tats√§chliche Fachkompetenz oder doch nur Werbung steckt, ist f√ľr den Laien oftmals nicht ersichtlich.

Zahnmedizinische Fortbildungen Pflicht

Zahnmediziner sind gesetzlich zu regelmäßigen Fortbildungen verpflichtet. Die entsprechenden Regelungen finden sich:

  • in der Musterberufsordnung der Bundeszahn√§rztekammer
  • in der Berufsordnungen der (Landes-)Zahn√§rztekammern,
  • im 5. Sozialgesetzbuch (¬ß95 SGB V).

Insgesamt 125 Fortbildungspunkte m√ľssen die Zahn√§rzte innerhalb von f√ľnf Jahren bei der jeweiligen Kassen√§rztlichen Vereinigung nachweisen. Kommen Sie ihrer Pflicht nicht nach, drohen finanzielle K√ľrzungen oder gar der Verlust der Zulassung. Die Fortbildungsinhalte kann dabei jeder Zahnarzt selbst w√§hlen. Sie reichen von fachlichen und fach√ľbergreifenden Kenntnissen sowie klinisch-praktischen F√§higkeiten √ľber Kommunikations- und Sozialkompetenz bis hin zu gesetzlichen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten sowie Fragen zum Gesundheitssystem und zum Qualit√§tsmanagement.

Qualität der Fortbildungen unterschiedlich

Die Tr√§ger dieser Fortbildungen sind in der Regel (Landes-)Zahn√§rztekammern, Fachverb√§nde, aber auch Wirtschaftsunternehmen. Die Qualit√§t dieser Ma√ünahmen schwankt abh√§ngig vom Tr√§ger. Daher sind die Fortbildungen in bezug auf Inhalte, Umfang und Relevanz f√ľr die zahn√§rztliche Praxis angeht nicht immer vergleichbar.

Als Regel jedoch gilt: Die Fortbildungen der jeweiligen (Landes-)Zahnärztekammern und Fachgesellschaften entsprechen den aktuell höchsten Standards. Sie sind qualitätsgesichert, neutral und ohne kommerziellen Nutzen. Ob sich Ihr Zahnarzt hier weiterbildet, verraten Ihnen dessen Zertifikate.

Jeder Zahnarzt darf sich Spezialist nennen

Klar: Weiterbildungen dienen der Spezialisierung von Zahn√§rzten. Seit 2004 k√∂nnen Zahn√§rzte mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung Ihre Kenntnisse w√§hrend eines ‚ÄěPostgraduierten-Studiums‚Äú von vier Semestern in verschiedenen zahnmedizinischen Teilgebiete vertiefen. An dessen Ende steht der Abschluss als ‚ÄěMaster of Science‚Äú (kurz: M. Sc.).

Dennoch ist die Bezeichnung ‚ÄúSpezialist‚ÄĚ selbst nicht gesch√ľtzt. Deshalb sollten Sie als Patient auch hier darauf achten, dass es sich um eine zertifizierte Spezialisierung handelt, etwa durch die (Landes-)Zahn√§rztekammer oder Fachgesellschaften (s.o.). Das gilt im √úbrigen auch f√ľr ‚ÄúCurricula‚ÄĚ (Singular “Curriculum”, dt. “Lehrplan”), fachspezifischen Fortbildungen, die √ľber einen l√§ngeren Zeitraum angelegt sind und mit einer Pr√ľfung enden.

Fachzahnarzt anerkannt

Einfacher ist es dagegen bei der Bezeichnung ‚ÄúFachzahnarzt‚ÄĚ. Sie ist an eine mehrj√§hrige Weiterbildung nach Ma√ügabe der entsprechenden (Landes-)Zahn√§rztekammer gebunden und wird in den Bereichen Kieferorthop√§die, Oralchirurgie und im √∂ffentlichen Gesundheitswesen vergeben. F√ľhren darf die Fachgebietsbezeichnung nur, wer von der (Landes-)Zahn√§rztekammer anerkannt wurde.

Bei Tätigkeitsschwerpunkten auf die Anzahl achten

Auch die zahnmedizinischen Tätigkeitsschwerpunkte werden von der zuständigen Zahnärztekammer eines Landes festgelegt. Üblicherweise werden sie dem Zahnarzt auf Antrag genehmigt. Sie setzen in der Regel ein umfangreiches praktisches und theoretisches Wissen, mehrjährige Berufserfahrung und umfangreiche Fortbildungen voraus, allerdings können sich die Anforderungen der Landeszahnärztekammern mitunter stark unterscheiden.

Wichtig: Kein Zehnk√§mpfer ist in allen Disziplinen gleich gut. Das gilt auch f√ľr Zahn√§rzte. Daher sollten z.B. besonders viele T√§tigkeitsschwerpunkte den Patienten skeptisch machen. Das legt den Schluss nahe, dass anstelle einer Orientierungshilfe vornehmlich werbliche Absichten verfolgt werden. Au√üerdem

Eine Liste der häufigsten Tätigkeitsschwerpunkte und dem Bundesland, in dem sie zugelassen sind, finden Sie beispielsweise hier.

 

Team: zufriedene Mitarbeiter ‚Äď freundliche Praxis-Atmosph√§re

Klar: Der regelm√§√üige Kontrolltermin beim Zahnarzt ist notwendig, aber wohl kaum jemand setzt sich gern auf den Behandlungsstuhl. Umso wichtiger wird die Atmosph√§re zwischen Eingangst√ľr und Behandlungszimmer. Sich willkommen zu f√ľhlen, kann dem Patienten vorab viel von seinem Unbehagen nehmen. Und das Praxisteam hat einen entscheidenden Einfluss darauf. Was f√ľr jeden Mitarbeiter in Hotels und Gastronomie gilt, beweist sich auch in der Zahnarztpraxis:

Ein freundlichen L√§cheln bricht das Eis, und ein offenes Ohr gibt dem Patienten das Gef√ľhl, dass sich jemand seines Anliegens annimmt ‚Äď sei es die Erinnerung an Termine oder Fragen zur Mundhygiene oder zu den Abrechnungsmodalit√§ten. H√§ufig spiegelt sich hier√ľber auch die interne Atmosph√§re wider. Versteht es der Zahnarzt, seine Mitarbeiter so weit zu motivieren, sodass sie Ihren Job gern machen, dr√ľckt sich diese Zufriedenheit auch im Auftreten gegen√ľber dem Patienten aus.

Daher stellt das Mitarbeiter-Verhalten f√ľr den Patienten nach Eintritt in die Praxis-R√§ume bereits ein erstes Merkmal dar, um die Qualit√§t eines Zahnarztes beurteilen zu k√∂nnen.

 

Zielgruppen einer Zahnarztpraxis: Einstellungssache?

Prophylaxe, Endodontologie, √Ąsthetik ‚Äď Punkte wie diese stehen wahrscheinlich in jedem Leistungskatalog von Zahn√§rzten. Sie geben dem Patienten verl√§ssliche Auskunft dar√ľber, was er bei seinem Facharzt zu erwarten hat. Doch in Zeiten, in denen jeder potenzielle Patient zun√§chst einmal im Internet nach einem geeigneten Facharzt in seiner N√§he recherchiert, bevor er einen Fu√ü vor die T√ľr bzw. in die Praxis setzt, werden auch Qualifikationen immer vergleichbarer.

Allein, um sich von der Konkurrenz abzuheben, m√ľssen sich Zahn√§rzte nach au√üen immer spezialisierter darstellen. Auch, wenn das Gros der Patienten mit √§hnlichen Anliegen in die Praxis kommt, so m√∂chte doch niemand eine Therapie ‚Äěvon der Stange‚Äú. Je pers√∂nlicher das Leistungsportfolio des Zahnarztes, desto gr√∂√üer die Wahrscheinlichkeit, dass verschiedene Patientengruppen sich in der Praxis wohlf√ľhlen. Das k√∂nnen zum Beispiel sein:

Angstpatienten

Angst vor dem Zahnarzt bzw. vor der Behandlung (Dentalphobie) betrifft sch√§tzungsweise zehn Millionen Patienten in Deutschland. Sie bekommen Herzrasen und Schwei√üausbr√ľche, allein beim Gedanken daran, im Behandlungsstuhl hilflos ausgeliefert zu sein, an klinisches Licht und den typischen Praxisgeruch. Da Angst im Allgemeinen zu Vermeidungsverhalten f√ľhrt, verschlimmert sich der Zustand nicht behandelter Z√§hne zusehends, sodass ein Eingriff irgendwann unumg√§nglich (und umso unangenehmer f√ľr den Patienten) wird.

Daher spezialisieren sich immer mehr Zahn√§rzte auf Angstpatienten ‚Äď zumindest nach au√üen, denn eine einheitlich verbindliche Qualifikation zum Umgang mit Dentalphobikern gibt es nicht. Daher obliegt es nach wie vor dem Patienten selbst, mit seiner Angst an den Zahnarzt heranzutreten und das Problem gemeinsam Schritt f√ľr Schritt anzugehen. Zu den Anzeichen, dass der Zahnarzt sich auf Angstpatienten einstellen kann, z√§hlen z. B.:

  • kurzfristige Termine sind m√∂glich
  • es gibt keine bzw. kurze Wartezeiten
  • zu Beginn stehen reine Gespr√§chstermine im Vordergrund
  • Arzt und Personal begegnen dem Patienten gelassen und r√ľcksichtsvoll
  • der Arzt kennt sich aus mit beruhigenden Medikamenten, Vollnarkose, Hypnose etc.
  • es passiert nur, was der Patient zul√§sst

Kinder

Die meisten √Ąngste sind erlernt. Dazu geh√∂rt auch die Angst vor dem Zahnarzt. Leidvolle Erfahrungen oder √§ngstliche Vorbilder bewirken, dass Patienten sich ungern in den Behandlungsstuhl begeben oder ‚Äď im schlechtesten Fall ‚Äď sogar eine Dentalphobie entwickeln.
Umso wichtiger, dass der Zahnarzt bereits Kindern spielerisch an Zahngesundheit, Behandlungszimmer und Zahnarzt-Ger√§te heranf√ľhrt.

Die j√ľngsten Patienten sind in der Regel zwischen 3 und 7 Jahre alt. Bei einem Kinderzahnarzt lernen sie, wie man die Z√§hne richtig putzt (und wozu √ľberhaupt). So bekommen sie ein Bewusstsein f√ľr Zahngesundheit, bevor die erste Karies schmerzvoll zum Besuch beim Zahnarzt zwingt.

Im Idealfall ist auch die Zahnarztpraxis selbst auf die Bed√ľrfnisse kleiner Patienten eingerichtet. Dazu k√∂nnen beispielsweise z√§hlen: ein kleiner Zahnarztstuhl und eine niedrige Empfangstheke, eine Spielecke oder Aufwachr√§ume mit Kinderbetten. Statt sachlich-klinisch sollte es vor allem entspannt und fr√∂hlich zugehen und gegebenenfalls die M√∂glichkeit geben, die Kinder von der eigentlichen Behandlung abzulenken. Einige auf Kinder spezialisierte Praxen bieten beispielsweise Zeichentrickfilme, aber auch Hypnosetechniken an oder wenden (unter Aufsicht von Spezialisten) auch sanfte Formen der Narkose an.

Tipp: Fragen Sie Ihren Kinderzahnarzt nach seiner Qualifikation in der Kinder- und Jugendzahnheilkunde (gilt √ľbrigens auch f√ľr alle anderen Schwerpunkte).

Denn zwei Gerichtsurteilen zufolge ist die alleinige Behauptung nicht zulässig, sondern verlangt nach einer speziellen Fortbildung im Bereich Kinder- und Jugendzahnheilkunde.

Senioren

Zahngesundheit ist keine Frage des Alters. Tatsache aber ist: Wir werden im Schnitt immer √§lter ‚Äď und behalten immer l√§nger immer mehr nat√ľrliche Z√§hne. Die Gr√ľnde daf√ľr liegen unter anderem in einer immer besseren medizinische Versorgung im Allgemeinen und immer besseren zahn√§rztlichen Prophylaxe-Ma√ünahmen im Besonderen.

Zahn√§rzte mit dem Behandlungsschwerpunkt Senioren-Zahnmedizin kennen die besonderen Herausforderungen des √Ąlterwerdens, wenn es um die Gesundheit von Z√§hnen und Zahnfleisch geht. Neben Parodontitis als Ursache gibt es auch einen altersbedingten R√ľckgang des Zahnfleisches. Dadurch liegen die Zahnh√§lse freier als zuvor. Bakterien, die sich hier ablagern, kann die Zahnb√ľrste nicht mehr so einfach erreichen. Es steigt wiederum die Gefahr von Karies. Vor allem wenn sie den Zahnnerv angreifen, ist es schnell um den Zahn geschehen. Eine Rekonstruktion ist m√∂glich, aber im Alter umso aufw√§ndiger. Um Zahnkrankheiten im Alter zu vermeiden, sind umfassendere Vorsorge-Ma√ünahmen vonn√∂ten als bei j√ľngeren Menschen.

Neben dem n√∂tigen Fachwissen sollten Zahnarztpraxen mit dem Schwerpunkt Senioren-Zahnmedizin sich auch mit barrierefreien R√§umlichkeiten auf Patienten ‚Äě50+‚Äú einstellen: Dazu z√§hlen ein Fahrstuhl, falls sie sich im 1. Stockwerk oder h√∂her befinden, ebenso wie breitere T√ľrrahmen ohne Schwellen sowie Toilettenr√§ume, die auch f√ľr Rollstuhlfahrer geeignet sind.

Veganer und Vegetarier

Veganismus bezeichnet eine Lebensweise, die (im Gegensatz zu Vegetariern) nicht nur auf Fleisch, sondern dar√ľber hinaus auf alle tierischen Produkte verzichtet. Das betrifft nicht nur die Ern√§hrung: Auch Schuhe aus Leder oder Bettdecken mit G√§nsefederf√ľllung sind f√ľr Veganer tabu. Sch√§tzungen des ProVeg Deutschland e. V. zufolge leben aktuell 8 Millionen Menschen vegan. Bei herk√∂mmlichen Zahnarztbehandlungen st√∂√üt diese Lebensweise jedoch an seine Grenzen. So verwenden ‚Äěnormale‚Äú Zahn√§rzte z. B. zum Blutstillen oder beim Knochenaufbau in der Regel Produkte vom Rind oder Schwein.

Eine ‚Äěvegane‚Äú Behandlung geh√∂rt zwar noch nicht zum Standard-Repertoire deutscher Zahn√§rzte, dennoch haben sich auch hier einige Spezialisten fortgebildet. Statt tierischer Produkte verwenden sie beispielsweise Eigenknochen, Eigenblut und Produkte auf synthetischer Basis.

 

Beratung: Patient und Zahnarzt auf Augenhöhe

Nat√ľrlich kann der Zahnarzt nach einem Blick in den Mund des Patienten schnell eine Diagnose stellen und handeln. Doch sollte sich jeder Arzt vor jeder Behandlung Zeit f√ľr ein Beratungsgespr√§ch nehmen. Im Idealfall verf√ľgt der Zahnarzt √ľber einen separaten Beratungsraum (oder wenigstens eine Sitzecke), f√ľhrt die Gespr√§che aber niemals, w√§hrend der Patient liegt. So wird sichergestellt, dass Patient und Arzt (im wahrsten Sinne) ‚Äúauf Augenh√∂he‚ÄĚ miteinander sprechen. Schlie√ülich haben Gespr√§che vor der unmittelbaren Behandlung nicht nur eine informative Funktion, sondern auch eine psychologische: Sie stellen Vertrauen her, und wer seinem Zahnarzt vertraut, ist eher bereit, sich dem zahn√§rztlichen Instrumentarium auszusetzen.

Vor allem vor gr√∂√üeren Behandlungen sollte eine ausf√ľhrliche Beratung stattfinden. Dabei sollten nicht nur die n√§chsten Schritte besprochen werden, sondern auch m√∂gliche Alternativen erl√§utert sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile abgewogen werden. Auch die im Laufe der Therapie anfallenden Kosten sollte ein verantwortungsvoller Zahnarzt klar kommunizieren.

Die letztendliche Entscheidung √ľber Art und Kosten der Behandlung sollte beim Patienten liegen. Daher r√§umt ein guter Zahnarzt seinem Patienten die n√∂tige Zeit ein, eine Entscheidung zu f√§llen.

 

Behandlung: von Zahnarzt-Erfahrung bis Hightech

Als Patient möchte man von seinem Zahnarzt nicht nur umfassend untersucht und beraten, sondern auch so gut wie möglich therapiert werden. Was aber macht eine gute zahnmedizinische Behandlung aus? Die folgenden Punkte zeigen, worauf Sie bei Ihrem Zahnarztbesuch Wert legen sollten.

Technik ist gut, Erfahrung ist besser

Wie andere Bereiche entwickelt sich auch die Zahnmedizin kontinuierlich weiter, und das nicht zuletzt in technologischer Hinsicht. Computergest√ľtzte Verfahren sind l√§ngst keine Seltenheit mehr, und selbstverst√§ndlich darf die Bedeutung moderner Ger√§te f√ľr die Qualit√§t der Behandlung nicht untersch√§tzt werden. F√ľr eine Praxis ist es daher wichtig, sich an den technischen Fortschritt anzupassen. Nimmt man etwa eine Wurzelbehandlung, so k√∂nnen schon durch die Zuhilfenahme von OP-Mikroskopen oder modernen Sp√ľlger√§ten weitaus bessere Ergebnisse f√ľr einen langfristigen Erhalt der Z√§hne erzielt werden.

Dennoch gilt: Selbst die beste Technik ist nur halb so viel Wert ohne die Erfahrung, Gewissenhaftigkeit und Behandlungskompetenz des Zahnarztes. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Zahnarzt nicht nur mit einer modernen Ausstattung, sondern auch mit seiner Erfahrung punktet. √úber die Qualifikation und Erfahrung geben z. B. Fortbildungen oder anerkannte Spezialisierungen Aufschluss.

Nachhaltige Ergebnisse

In der Zahnmedizin gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher, teils innovativer Behandlungsmethoden. Dabei bedeutet innovativ aber nicht notwendig besser. Wichtig ist bei Behandlungsmethoden vor allem, dass sie wissenschaftlich abgesichert sind und tats√§chlich einen dauerhaften Behandlungserfolg versprechen. Gehen Sie daher mit Ihrem Arzt verschiedene Therapiem√∂glichkeiten durch und w√§gen Sie zusammen Vor- und Nachteile ab. So erhalten Sie am Ende die f√ľr Sie bestm√∂gliche Behandlung.

Der Blick √ľber den Tellerrand

Heute wei√ü man, dass sich Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich auf den gesamten K√∂rper auswirken k√∂nnen. Bei einer bakteriellen Entz√ľndung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) etwa k√∂nnen Bakterien in die Blutbahn gelangen und dadurch u. a. systemische Erkrankungen beg√ľnstigen. So ist der Zusammenhang zwischen Diabetes und Parodontitis bereits wissenschaftlich belegt.

√Ąhnlich verh√§lt es sich auch bei der sogenannten craniomandibul√§ren Dysfunktion, einer Fehlfunktion des Kiefergelenks und der Kiefergelenkmuskulatur. Sie kann zu teils unspezifischen Symptomen wie Nackenschmerzen, Tinnitus oder Schwindel f√ľhren. Da diese Symptome oft nicht in Verbindung mit dem Kauapparat gebracht werden, wird die Diagnose allerdings in vielen F√§llen erst sp√§t gestellt.

Z√§hne, Zahnfleisch und Kiefer stehen also in einem Wechselverh√§ltnis zum restlichen Organismus. Daher ist es wichtig, dass Ihr Zahnarzt Sie ganzheitlich betrachtet und behandelt, ggf. in Zusammenarbeit mit Fach√§rzten anderer Disziplinen. Alternativmedizinische Verfahren wie etwa Akupunktur bieten ebenfalls eine schonende Unterst√ľtzung konventioneller Verfahren.

Schmerz adé

Um Eingriffe an Z√§hnen, Zahnfleisch oder Kiefer weitgehend schmerzfrei durchzuf√ľhren, bet√§ubt der Zahnarzt in der Regel den zu behandelnden Bereich. Dabei muss es aber nicht immer die klassische Spritze sein. Mittlerweile gibt es verschiedene, zum Teil computergest√ľtzte Bet√§ubungsverfahren, die ohne den Einstich auskommen. Alternative Formen wie Hypnose, Lachgas oder D√§mmerschlaf sorgen dabei nicht nur f√ľr eine schmerzreduzierte Behandlung; sie haben au√üerdem eine beruhigende Wirkung auf den Patienten.

Unabh√§ngig davon, welche An√§sthesieverfahren in einer Praxis angeboten werden: In jedem Fall sollte Ihr Zahnarzt Sie fragen, ob Sie eine Bet√§ubung w√ľnschen, und √ľber eventuelle Zuzahlungen aufkl√§ren. Haben Sie trotz Bet√§ubung Schmerzen, informieren Sie Ihren Zahnarzt sofort, denn in diesem Fall sollte er sich Zeit f√ľr eine Nachbet√§ubung nehmen.

Sanft und schonend

Trotz regelm√§√üiger Kontrolluntersuchungen und vorbeugenden Ma√ünahmen kann es dazu kommen, dass Sch√§den an einem oder mehreren Z√§hnen entstehen. In diesem Fall m√ľssen Therapiema√ünahmen eingeleitet werden. Dabei sollte der Zahnarzt die Zahnhartsubstanz und anderes Gewebe so gut es geht sch√ľtzen. Hierf√ľr gibt es heute sogenannte minimalinvasive Methoden. Sie greifen nur gering in das Gewebe ein und sind daher besonders schonend. So k√∂nnen etwa kleine, aber auch gr√∂√üere kari√∂se Stellen mittlerweile ohne Bohrer beseitigt werden, etwa mithilfe von Lasertechnik. Sprechen Sie also Ihren Zahnarzt ruhig auf alternative Methoden an, schlie√ülich sollte der Erhalt Ihrer nat√ľrlichen Z√§hne im Vordergrund stehen.

Sanft und schonend¬†‚Äď diese Grunds√§tze lassen sich im √úbrigen auch auf die Diagnose √ľbertragen, f√ľr die es mittlerweile fortschrittliche Methoden gibt. Hierzu geh√∂ren zum Beispiel digitale bildgebende Verfahren. Sie liefern nicht nur qualitativ bessere Aufnahmen, sondern kommen zudem mit weitaus weniger Strahlung aus als herk√∂mmliche R√∂ntgenger√§te. Trotzdem gilt auch hierbei: unn√∂tige Aufnahmen unbedingt vermeiden, um die Strahlenbelastung so gering wie m√∂glich zu halten!

Material, Passform und Haltbarkeit

Braucht Ihr Zahn eine F√ľllung oder eine Zahnrestauration, spielt das Material eine gro√üe Rolle. Hier liegt es am Zahnarzt, Sie √ľber verschiedene M√∂glichkeiten und eventuelle Kosten aufzukl√§ren sowie Unvertr√§glichkeiten und gesundheitsrelevante Aspekte wie Schwangerschaften zu ber√ľcksichtigen ‚Äď etwa wenn es um die Verwendung amalgamhaltiger F√ľllungen geht. Nach der Behandlung sollte die F√ľllung oder Restauration perfekt sitzen, d. h., sie darf nicht dr√ľcken, schmerzen oder in anderer Weise Probleme bereiten. Andernfalls sollte eine kostenfreie Nachbesserung m√∂glich sein. Achten Sie zudem auf eine lange Haltbarkeit. Muss eine F√ľllung oder Restauration bereits nach wenigen Jahren ausgetauscht werden, ist dies kein gutes Zeichen.

Nachsorge

Nach der Behandlung ist eine strukturierte Nachsorge enorm wichtig. Insbesondere bei größeren Eingriffen wie Implantationen oder chronischen Erkrankungen wie Parodontitis muss unbedingt kontrolliert werden, ob die Therapiemaßnahme erfolgreich war. Sehen Sie es daher als gutes Zeichen, wenn Ihr Zahnarzt Ihnen nach einer Behandlung Nachsorgetermine anbietet.

Kostenfreies Nachbessern

Ob undichte F√ľllungen oder eine dr√ľckende Prothese ‚Äď trotz gr√∂√üter Sorgfalt kann es mitunter zu Behandlungsm√§ngeln kommen. In diesem Fall sollte eine kostenfreie Nachbesserung durch den Zahnarzt m√∂glich sein. Sprechen Sie also Ihren Zahnarzt an, wenn Sie unzufrieden sind und das Gef√ľhl haben, dass das Behandlungsergebnis M√§ngel aufweist.

Absolutes Muss: Hygiene

Zahn√§rzte √ľbernehmen gro√üe Verantwortung f√ľr Ihre Gesundheit. Daher sollte in einer Zahnarztpraxis auch auf die Hygienema√ünahmen und deren Dokumentation gro√üen Wert gelegt werden, um Infektionen bei Ihnen und dem Personal zu vermeiden. Hierzu geh√∂rt u. a., dass alle Mitarbeiter w√§hrend der Behandlung Mundschutz und Handschuhe tragen und Instrumente sachgem√§√ü aufbereitet werden.

Raum f√ľr W√ľnsche und Bed√ľrfnisse des Patienten

Jeder Patient geht mit unterschiedlichen W√ľnschen, Bed√ľrfnissen, aber mitunter auch Sorgen und √Ąngsten in die Behandlung. Daher ist es wichtig, dass Ihr Zahnarzt mit Ihnen ein individuelles Therapiekonzept entwickelt. Nat√ľrlich k√∂nnen Sie dabei nicht uneingeschr√§nkt √ľber die Ma√ünahmen entscheiden, wenn Sie nicht gerade selbst Zahnmediziner sind und √ľber das notwendige Fachwissen verf√ľgen. Stehen jedoch unterschiedliche Therapiem√∂glichkeiten zur Verf√ľgung, sollte Sie Ihr Zahnarzt dar√ľber aufkl√§ren, beraten und Ihnen eine Wahlfreiheit geben.

Bei √§sthetischen Fragen dagegen k√∂nnen Sie schon etwas mehr mitreden. Hier sollte Ihr Zahnarzt Ihre pers√∂nlichen W√ľnsche und Bed√ľrfnisse, soweit es m√∂glich und sinnvoll ist, ber√ľcksichtigen¬†‚Äď schlie√ülich geht es beim Thema Zahngesundheit- und √§sthetik immer um Ihr Wohlbefinden und die f√ľr Sie beste L√∂sung.

 

Organisation und Service: Wohlf√ľhlen beim Zahnarzt

F√ľr Organisation und Service in einer Zahnarztpraxis ist meist ein Team aus mehreren Mitarbeitern zust√§ndig. Sie k√ľmmern sich um die Terminvergabe, rechnen Behandlungen ab, beantworten Ihre Fragen und sorgen f√ľr Ihr Wohlergehen. Was aber macht eine gute Praxisorganisation und einen guten Patientenservice aus?

Recall-System

Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Krankheiten fr√ľhzeitig zu erkennen und vorzubeugen. Das sollte auch Ihr Zahnarzt so sehen und deshalb ein sogenanntes Recall-System in der Praxis f√ľhren. Sie werden dabei auf Wunsch rechtzeitig an ihre kommende Vorsorgeuntersuchung erinnert ‚Äď schlie√ülich denkt man im Alltag nicht immer an den n√§chsten Zahnarztbesuch.

Warte- und Sprechzeiten

Bei Schule, Ausbildung, Beruf und zahlreichen anderen Verpflichtungen bleibt oft nur wenig Zeit, um Termine wie den n√§chsten Zahnarztbesuch unterzubringen. Gerade dann ist es √§rgerlich, wenn Sie in der Praxis lange Wartezeiten hinnehmen muss. Selbstverst√§ndlich muss daran nicht notwendig eine schlechte Organisation Schuld sein ‚Äď Notf√§lle zum Beispiel haben immer Vorrang. Trotzdem sollte die Wartezeit in der Regel nicht mehr als 30 Minuten betragen und und ein Mitarbeiter Sie bei absehbaren Verz√∂gerungen informieren.

Achten Sie au√üerdem auf patientenfreundliche, flexible Sprechzeiten. So werden f√ľr Berufst√§tige oft Termine au√üerhalb der √ľblichen Sprechzeiten oder sogar Samstagssprechstunden angeboten.

Hilfestellung bei der Kommunikation

Hin und wieder kann es im Rahmen einer Behandlung zu Problemen mit dem Versicherer kommen. In diesem Fall stehen viele Zahnarztpraxen ihren Patienten bei der Kommunikation mit dem Versicherer zur Seite. Sie beantworten Fragen zur Abrechnung oder beraten in anderen Angelegenheiten rund um die Krankenkasse.

Mehrsprachigkeit

F√ľr Patienten, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, kann es mitunter schwierig sein, Diagnosen, Therapieschritte oder andere Aspekte des Zahnarztbesuchs nachzuvollziehen. Viele Praxen sind jedoch mittlerweile breit aufgestellt, was die Verst√§ndigung in anderen Sprachen angeht. So werden neben Deutsch oft auch Englisch, Franz√∂sisch oder T√ľrkisch gesprochen. Informieren Sie sich also in Ihrer Zahnarztpraxis, ob die Kommunikation ggf. in Ihrer Muttersprache m√∂glich ist. So k√∂nnen Sie sichergehen, alle relevanten Punkte der Behandlung zu verstehen.

Von Multimedia bis Wellness

Sie m√∂chten sich bei Ihrem Zahnarztbesuch rundum wohlf√ľhlen? Kein Problem! Von Standardleistungen wie dem Erfrischungsgetr√§nk sowie Unterhaltungs- und Informationsangeboten im Wartezimmerbereich √ľber Multimediaangebote bis hin zum Shuttleservice oder Wellnessbehandlungen halten Zahnarztpraxen heute verschiedene Serviceleistungen bereit. Selbstverst√§ndlich muss es nicht immer gleich so exklusiv sein, dennoch zeigt ein guter und umfassender Service, dass Ihr Zahnarzt Wert auf Ihr Wohlergehen und Ihre Zufriedenheit legt.

 

Verantwortung: Wie sich Zahnärzte engagieren können

Achten Sie darauf, dass sich Ihr Zahnarzt f√ľr Sie, die Praxis und sein Fach engagiert. So sind mittlerweile viele Praxen offen f√ľr Anregungen sowie Kritik vonseiten ihrer Patienten, um die Versorgung kontinuierlich zu verbessern. Auch die Ver√∂ffentlichung wissenschaftlicher Publikationen, die Teilnahme an Fachstudiengruppen oder die Ausbildung von Nachwuchskr√§ften l√§sst darauf schlie√üen, dass Ihrem Zahnarzt etwas an der Weiterentwicklung und Vermittlung seines Wissens und K√∂nnens liegt.

 

Bewertungsportale bei der Zahnarztsuche: Wie hilfreich sind Sie?

Wer auf der Suche nach einem geeigneten Zahnarzt ist, befragt¬†‚Äď wie die meisten Ratsuchenden in Deutschland ‚Ästzun√§chst Verwandte, Freunde, Kollegen und Bekannte. Sp√§testens aber der n√§chste Schritt f√ľhrt ins Internet. Dort versprechen Arztbewertungsportale Aufschluss √ľber die Qualit√§t √§rztlicher Therapien.

Wer eine √úbersicht √ľber Spezialisten f√ľr Zahngesundheit in seiner Stadt ben√∂tigt, findet hier schnell, was er sucht. Doch wo jeder User ungefiltert seine Meinung √§u√üern darf, ist Vorsicht geboten: Urteile werden in der Regel anonym gef√§llt, Kontext und Hintergrund einer Bewertung nicht weiter beleuchtet. Es werden selten mehr als 10 Kriterien abgefragt, was ungenauen und verf√§lschten Bewertungen zus√§tzlich Vorschub leistet und dem Patienten einen falschen Eindruck vermittelt.

Wie prominent ein Zahnarzt gelistet wird, ist h√§ufig eine Frage des Geldes, das er bereit ist, f√ľr den Account auf dem Bewertungsportal zu zahlen. Um sich von der Masse weiter abzuheben, k√∂nnen Zahn√§rzte (ein entsprechendes Budget vorausgesetzt) auch eigene Kriterien angeben, mit denen sie sich pers√∂nlich dargestellt wissen m√∂chten, sodass auch hier wieder vergleichbare Daten fehlen.

Eine ausschließlich fachlich basierte Liste empfehlenswerter Zahnärzte gibt es hingegen auf www.trusted-dentists.de.

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